Rolle der Führungskraft

Gut, dass wir darüber geredet haben.

In den Compliance Best-Practice-Modellen und in den kürzlich  vom US Department of Justice (DOJ) veröffentlichen „Evaluation of Corporate Compliance Programs“  wird die hohe Bedeutung der Führungskräfte für die Wirksamkeit von Compliance herausgestellt.

In nahezu jedem Verhaltenskodex ist entsprechend  zu lesen, dass sich Mitarbeiter bei Fragen oder Unsicherheiten an ihren direkten Vorgesetzten wenden sollen. Das wird in der Regel nicht mit Führungskräften abgestimmt, weil dies per se ihre Aufgaben sind.

Aber: Wissen die Führungskräfte, welche konkreten Anforderungen an sie herangetragen werden? Was ist denn das Compliance-Spezifische? Wie macht man/frau es, mit eigenen Worten und Taten, Fehlverhalten zu verurteilen und zu korrektem Verhalten zu ermutigen? Wie kann „Compliance-Leadership“ demonstriert werden? Wie ist vorzugehen, wenn Mitarbeiter beim Vorgesetzten auf das Fehlverhalten von Kollegen hinweisen? Wie soll sich eine Führungskraft verhalten, wenn eine Entscheidung in einer Grauzone nicht 100% regelkonform ist? Was soll sie den betroffenen Mitarbeitern vermitteln? Warum sollen Geschenke und Einladungen dokumentiert werden? Und was hat die Fehlerkultur mit Compliance zu tun? Dann sollen jetzt bei Partnern nicht nur betriebswirtschaftliche, unternehmensstrategische Kriterien gelten, sondern auch Compliance Risiken berücksichtigt werden., Worin genau bestehen diese Risiken? Und was haben die Interessenkonflikte bei Beteiligungen von Mitarbeitern mit Compliance zu tun? ….

Die Praxis zeigt, dass zwischen den formalen Aufgabenbeschreibungen der Führungskraft und der gelungenen Umsetzung von Compliance ein weites Feld liegt.

Es empfiehlt sich, im ersten Schritt bei der Etablierung des CMS die Rolle der Führungskraft detailliert auszuformulieren.

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